News

EXIT — Raus aus dem Rechtsradikalismus

"Egal, welchen Mist man gerade lebt — es gibt immer Möglichkeiten und Hilfe, um da rauszukommen“, stellte eine Schülerin fest. Andere betonten: „Mir wurde klar, wie wichtig gute Beziehungen zu Eltern oder Freunden sind.: Damit brachten sie auf den Punkt was viele aus dem Besuch von Fritz Neukam mitgenommen haben. Der ehemalige Angehörige der Neonazi-Szene war in den Klassen 9C und 9D zu Gast und berichtete offen über seinen Weg in den Extremismus — und wieder hinaus.

Heute engagiert sich Fips Neukamm beim Aussteigerprogramm Ad Acta des Vereins "Projekt 21ii".In seinem Vortrag schilderte er eindringlich die Realität innerhalb der Szene: Gewalt, massiver Gruppendruck, Schulden, zerbrochene Beziehungen, familiäre Konflikte, Arbeitslosigkeit und soziale Isolation. Ebenso sprach er über die großen Schwierigkeiten nach dem Ausstieg und darüber, wie schwer es ist, Vertrauen und Perspektiven wiederzugewinnen.

Auch rechtliche Fragen standen im Fokus. Die Schülerinnen und Schüler wollten wissen, welche Handlungen strafbar sind, welche Konsequenzen drohen und wo Grenzen überschritten werden. Die lebhafte Beteiligung zeigte, wie intensiv sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinandersetzten.

Besonders deutlich wurde, wie wichtig ein stabiles soziales Netz ist. Verlässliche Beziehungen zu Familie oder Freunden können Schutz bieten und Halt geben — gerade in schwierigen Lebensphasen. Zugleich wurde vielen bewusst, dass Lügen zwar kurzfristig entlasten können, langfristig jedoch Vertrauen zerstören — sowohl zu anderen Menschen als auch zu sich selbst.

Der Besuch leistete damit einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung, zur Extremismusprävention und zur Stärkung demokratischer Werte an unserer Schule. Durch seine Offenheit und Authentizität machte Fritz Neukam deutlich, dass ein Ausstieg aus extremistischen Strukturen möglich ist — wenn Unterstützung angenommen wird.

Wir danken Herrn Neukam herzlich für seinen Besuch und den Mut, seine Geschichte mit unseren Schülerinnen und Schülern zu teilen.